McKinsey: Agilität als zentraler Wertschöpfungstreiber
Auch das Beratungshaus McKinsey setzt die Vernetzung aller Partner und die Verfügbarkeit aller relevanten Informationen voraus, geht aber der Frage nach dem Ursprung der resultierenden Wertschöpfung auf den Grund.

McKinsey sieht sechs verschiedene Wertschöpfungsquellen in der Supply Chain. Der entscheidende Faktor ist jedoch die Agilität. (Quelle: McKinsey-Report „Supply Chain 4.0 in consumer goods”)
In McKinseys Vision dominiert nicht nur die Automation, sondern auch die vorausschauende Agilität: Produzenten, Lager, Unternehmen und Kunden sind direkt miteinander vernetzt. Autonome Fahrzeuge holen Produkte vor Ort aus der Fabrik ab und bringen sie in verfügbare Lager. Dort greifen sich Roboter die bestellten Produkte und übergeben sie einer Drohne, während beim Kunden nachgefragt wird, wann die Sendung geliefert werden soll. Zudem gehen Lkws mit Lieferungen schon auf die Reise, obwohl die Abnehmer noch nicht feststehen. Allein die Absatzprognosen in der Region bestimmen, wie viel gefertigt und geliefert wird.
Das Netzwerk ist in der Lage, Entwicklungen zu antizipieren, Routen noch während des Bestellprozesses zu ändern – es kann also individuell und agil mit Situationen umgehen. Kommen neue Bestellungen rein, ist das Produkt deutlich schneller beim Kunden, als wenn es erst aus dem Lager herbeigeschafft werden müsste.
Diese Form der vorausschauenden Agilität sieht McKinsey als den zentralen Wertschöpfungstreiber der Supply Chain 4.0. Die Vorteile liegen nicht nur bei zufriedeneren Kunden, sondern im Einsparen von Aufwand und Kosten, besonders im Bereich Logistik: Nach McKinsey-Prognosen gehen 75 Prozent weniger Bestellungen verloren, die Transport- und Lagerkosten sinken um 30 bis 50 Prozent aufgrund der höheren Effizienz, im Service Center ist durch die Automatisierung um 75 bis 90 Prozent weniger zu tun, und die Lager schlagen die Waren um 50 bis 80 Prozent schneller um.